Über mich


Mein Name ist Lutricia Bock. Geboren wurde ich am 8. Mai 1999 in Chemnitz. Bereits mit 5 Jahren wagte ich mich zum ersten Mal auf das Eis in der Eissporthalle am Küchwald. Nachdem ich einige vorsichtige Schritte getan hatte, wurde mir klar, dass Eiskunstlauf eine große Rolle in meinem weiteren Leben spielen würde.
Zunächst nahm ich nur einmal wöchentlich am Schnupperkurs teil, als ich jedoch mit 6 Jahren die Möglichkeit bekam, die Sportschule direkt an der Eishalle zu besuchen, beschloss ich, mein Hobby zu intensivieren und trainierte fortan täglich 1 bis 2 Stunden.
Ich liebte es, neue Sprünge auszuprobieren und Pirouetten zu drehen. Als mir meine erste Kür choreographiert wurde, war ich wirklich glücklich: Endlich hatte ich die Möglichkeit, an Wettkämpfen teilzunehmen.
Das war ein neues Gefühl für mich und ich war wirklich sehr aufgeregt. Wie ist es, da so ganz allein auf dem Eis zu stehen? Werden mir meine Sprünge gelingen und kann ich die Preisrichter überzeugen?
Letztendlich war es ein tolles Gefühl und ich wäre am liebsten gleich noch ein Programm gelaufen. Auch wenn ich nur auf Platz 13 landete, nahm mir das kein Stück meiner Motivation.
In den folgenden Jahren nahm ich an vielen Wettkämpfen teil und lernte mit viel Ehrgeiz alle Doppelsprünge.
Mit Monika Scheibe gelangen mir auch erste Doppelaxelversuche und ich probierte mich an Dreifachsprüngen. Allerdings spürte ich, dass es Zeit war, etwas an der Trainingssituation zu ändern und so verlagerte ich 2010 mein Training nach Dresden, um dort mit der Olympiasiegerin Anett Pötzsch dreifache Sprünge zu üben und zu lernen.
Mein Trainingspensum wurde auf drei Stunden Eistraining pro Tag erhöht und hinzu kamen zahlreiche Athletik- und Balletteinheiten, was kurze Zeit später mit einem zweiten Platz bei den deutschen Nachwuchsmeisterschaften im Jahr 2011 ausgezeichnet wurde.
Ich fühlte mich sehr wohl in der neuen Atmosphäre und in den folgenden zwei Jahren erlernte ich vier Dreifachsprünge sicher.
Da ich aber jeden Tag von meiner Mama nach Dresden gefahren wurde, um nicht allein im Internat leben zu müssen, wurde der zeitliche Aufwand von der einstündigen Fahrt nach Dresden irgendwann sehr groß. Dadurch war es bald nicht mehr möglich, mein Training weiter in Dresden durchzuführen.
Eine geeignete Lösung fand sich in Chemnitz mit Heather Celestine Lehnert und Ingo Steuer, bei denen ich seit 2012 trainierte.
Endlich gelang es mir, Kombinationen mit zwei Dreifachsprüngen zu landen und so konnte ich mit dem deutschen Juniorenmeistertitel 2013 einen ersten großen Triumph feiern. Als ich mir im darauffolgenden Jahr den Titel erneut sicherte, war für mich klar, dass ich in der folgenden Saison 2014/15 in die Meisterklasse aufsteigen wollte, um mich mit den erwachsenen Läufern zu messen.
Allerdings traten bei der Umsetzung meines ehrgeizigen Ziels, deutsche Meisterin zu werden, einige Schwierigkeiten auf. Da Heather Celestine Lehnert zurück in ihre Heimat nach Amerika ging und Ingo Steuer mit der Vorbereitung auf die olympischen Spiele in Sotschi mit Aljona Savchenko und Robin Szolkowy eine Priorität setzen musste, hatte ich plötzlich keinen Trainer mehr.
Eine schnelle Lösung musste gefunden werden, denn die Saison hatte bereits begonnen und ein Auftritt beim Grand Prix war fest in meinem Plan integriert.
So übernahm zunächst Ilona Schindler die Wettkampfbetreuung und Monika Scheibe bot sich zur Betreuung des Trainings an.
Mit ihr machte ich mich im Dezember 2014 auf den Weg nach Stuttgart, wo ich an meiner ersten deutschen Meisterschaft teilnahm. Diese endete mit einem für mich enttäuschenden dritten Platz und einer verpassten EM-Qualifikation.
Natürlich nahm mir dieses Erlebnis kein Stück meiner Motivation und mit dem zweiten Platz bei den Bavarian Open 2015 und einer neuen Bestleistung von knapp 160 Punkten bewies ich mir selbst, wozu ich in der Lage war.
Nachdem ich mich in Toronto und Oberstdorf auf die darauffolgende Saison vorbereitet hatte, entschied ich mich zu Beginn der Saison 2015/2016, erneut mit Ingo Steuer zusammen zu arbeiten, um mit ihm deutschlandweit und auch im internationalen Feld gute Ergebnisse zu erzielen.
Der Trainerwechsel hatte sich gelohnt, denn 2016 wurde ich endlich deutsche Meisterin im Eiskunstlaufen.
Ein Teil meines Eiskunstlauftraumes hatte sich erfüllt und nun bot sich mir die Möglichkeit, bei den Europameisterschaften mein Können zu beweisen.
Leider entsprach das Debüt auf der großen internationalen Bühne nicht meinen Vorstellungen und ich musste mich mit dem 25. Platz zufrieden geben.
Dieses Erlebnis hat allerdings nichts an meinem Ziel, bei den olympischen Spielen 2018 in Korea aufzutreten, geändert und ich konnte viele neue Eindrücke von diesem Wettkampf mitnehmen.
Nun bereite ich mich auf die kommende Saison vor und freue mich auf viele weitere Wettkämpfe in den nächsten Jahren.